Die Terrassenüberdachung – Ist eine Baugenehmigung notwendig?

Eine Terrasse ist im Sommer der beste Ort, um die Sonne im heimischen Garten zu genießen, mit Freunden gemütlich beisammen zu sitzen oder ein gutes Buch zu lasen. Doch auch der schönste Sommer bringt ein paar Regentage mit sich, an denen eine Terrasse ohne Überdachung leider nicht mehr in vollem Umfang genutzt werden kann. Eine einfache Lösung liegt grundsätzlich auf der Hand: Eine Terrassenüberdachung muss her, damit die gemütliche Plattform im Freien bei gutem und schlechtem Wetter gleichermaßen genutzt werden kann. Doch ist es möglich eine Terrassenüberdachung ohne weiteres in den eigenen Garten bzw. an das eigene Haus zu bauen? Oder braucht es hierfür vielleicht sogar eine offizielle Baugenehmigung? Der nachfolgende Artikel klärt auf.

 

Das deutsche Baurecht entscheidet

Grundsätzlich gehen die meisten Menschen davon aus, dass eine kleine bauliche Veränderung am Haus bzw. auf dem eigenen Grundstück keine komplizierten bürokratischen Regelungen mit sich bringen dürfte. Und eine Terrassenüberdachung aus Holz oder Aluminium stellt für die meisten Hausbesitzer nur eine kleine bauliche Veränderung dar. Allerdings kommen Terrassenliebhaber bei der Planung dieses Projekts leider nicht ohne bürokratischen Aufwand aus. Tatsächlich werden gleich zwei verschiedene Recht- bzw. Vorschriften in den Fokus gerückt. Das private Baurecht sowie das öffentliche Baurecht. Zum einen geht es beispielsweise um die Recht, die der Nachbar auf seinem Grundstück hat, zum anderen müssen öffentliche Bauvorschriften immer eingehalten werden. Einen ersten Überblick über die verschiedenen Fachbegriffe im Zusammenhang mit dem Baurecht liefert das Baurechtslexikon.

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Andere Bundesländer andere Sitten

Während es für einen Haus- bzw. einen Terrassenbesitzer grundsätzlich ganz logisch erscheint, dass eine bauliche Veränderung wie etwa eine Terrassenüberdachung den eigenen Nachbarn zukünftig nicht in seiner Lebens- bzw. Wohnqualität beschneiden darf, ist es vielleicht weniger verständlich, dass bezüglich dieser Handhabung in den einzelnen Bundesländern in Deutschland gänzlich unterschiedliche Richtlinien gelten. Einen Überblick über die Vorschriften, die in den einzelnen Bundesländern Gültigkeit besitzen, gibt es unter http://holda-bau.de/terrassen%C3%BCberdachung-baugenehmigung-nrw.

 

Die örtlichen Bauämter helfen weiter

Wer seine eigene Terrasse mit einer praktischen und gut aussehenden Überdachung optimieren möchte, der mag nun vielleicht denken, dass allein die Recherchearbeiten hinsichtlich der rechtlichen Vorgaben die eigene Motivation bei Weitem überschreiten. Glücklicherweise gibt es das örtliche Bauamt, das an dieser Stelle relativ unkompliziert weiterhelfen kann. Grundsätzlich ist es so, dass ambitionierte Bauherren ihr Bauvorhaben beim örtlichen Bauamt einreichen, wo dieses anschließend geprüft wird. Beim Gespräch mit dem Sachbearbeiter lässt es sich ganz einfach herausfinden, welche Richtlinien unbedingt eingehalten werden sollten und wo das eigene Bauvorhaben eventuell optimiert werden muss, weil es aktuelle Bauvorschriften verletzt. Die Parameter, die bei der konkreten Bewertung des Bauvorhabens von Bedeutung sind beziehen sich auf:

  • das jeweilige Bundesland
  • den geplanten Umfang des Bauvorhabens
  • vorhandene lokale Bauvorschriften
  • die bauliche Situation auf dem Grundstück

Hin und wieder kann es vorkommen, dass die Vorschriften des jeweiligen Bundeslandes zusätzlich durch örtliche Regelungen und Richtlinien ergänzt werden. So gibt es in einigen Städten und Ortschaften von Zeit zu Zeit zusätzliche Verordnungen, die das geplante Bauvorhaben behindern können. Der erste und wichtigste Schritt ist dementsprechend auch bei einem relativ kleinen Bauvorhaben wie etwa einer Terrassenüberdachung immer der Weg zum jeweiligen Bauamt. Denn wenn dieses entscheiden sollte, dass das Bauvorhaben nicht genehmigt werden kann, können verschiedene Wege gefunden werden, um das Bauvorhaben so zu optimieren, dass die Terrassenüberdachung letztendlich doch noch umgesetzt werden kann.

Bilder:

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