Optimierung von Öl- und Gasheizungen: Maßnahmen, Einsparpotenziale und Förderung

Wer beabsichtigt Energie im eigenen Haushalt zu sparen, tauscht Glühbirnen gegen Energiesparlampen aus oder kauft Waschmaschinen und Kühlschränke der höchsten Energieeffizienzklasse. Dabei liegt die Ursache für hohe Energiekosten meist im eigenen Heizungskeller begründet. Vor allem, wenn Anlagebestandteile der eigenen Öl- oder Gasheizung nicht richtig aufeinander abgestimmt sind oder veraltete Technik zum Einsatz kommt.

Nach Angaben des Spitzenverbandes für Gebäudetechnik arbeiten etwa 75 Prozent der Heizungen in Deutschland nicht effizient.[1] Da Heizungen für rund 90 Prozent des häuslichen Energieverbrauchs verantwortlich sind, ergeben sich mit den richtigen Optimierungsmaßnahmen vielfach kostengünstige Handlungsspielräume zum Sparen. Hier gibt es alle wichtigen Tricks und Tipps für Hausbesitzer.

 

Alte Heizungspumpen sind Energieschleudern

alte Heizungen optimieren

Das in die Jahre gekommene Heizungspumpen der Grund für hohe Energiekosten sind, ist vielen Immobilieneigentümern nicht bewusst. So zeigt der Energie Trendmonitor 2016 von Stiebel Eltron: 68 Prozent der Hausbesitzer vermuten den eigenen Heizungskeller nicht als größten Energiebezieher.[2] Während alte Pumpen aufgrund der fehlenden Regulierbarkeit permanent mit hoher Leistung erwärmtes Heizungswasser zu den Heizkörpern transportierten, passen sich Pumpen der Energieklasse A durch einen modulierenden Betrieb dem individuellen Bedarf an. Zudem sind moderne Geräte mit einem stromsparenden Motor ausgestattet. Bei alten Pumpen mit einem Verbrauch von 600 kWh pro Jahr entstehen Kosten von 115 bis 172 Euro. Intelligente Hocheffizienzpumpen beanspruchen jährlich lediglich 100 kWh bei Kosten von 14 bis 29 Euro. Damit verbraucht die Heizungspumpe über die Jahre weniger Energie als der Kühlschrank, der einen jährlichen Verbrauch von über 300 kWh hat.[3]

Bei Kompaktgeräten in Form von Etagenheizungen sind veraltete Heizungspumpen fest im Heizungsgehäuse integriert. Ein Pumpentausch ist hier nicht möglich. In einem solchen Fall empfiehlt sich eine Heizungsmodernisierung mit einer modernen Gastherme mit Brennwerttechnik. Heutzutage verfügen moderne Brennwertgeräte über eingebaute Hocheffizienzpumpen. Hier erhalten Sie Informationen zu Gasheizungsmodellen, Preisen, Eigenschaften und Förderung.

 

Hydraulischer Abgleich senkt Brennstoffkosten

Aufgrund der unterschiedlichen Breite und Länge der verlegten Heizungsrohre erhalten einige Heizkörper größere Mengen erwärmtes Heizungswasser als andere. Bei einer Wasserunterversorgung werden die Heizkörper trotz voll aufgedrehter Thermostate nicht richtig warm. Die Pumpe arbeitet deutlich intensiver und verbraucht dabei unnötig viel Strom. Auch die Betriebsstunden der Vollleistung der eigenen Heizung erhöhen sich, obwohl dies nicht nötig ist. Durch den fehleingestellten Wasservolumenstrom verbraucht die Heizung wertvolle fossile Energieträger wie Öl und Gas und erhöht die jährlichen Brennstoffkosten. Bei der Durchführung eines hydraulischen Abgleichs stellen Heizungsbauer oder Fachfirmen den Wasserdruck in der gesamten Heizungsanlage richtig ein. Software Lösungen messen die erforderlichen Werte. Auf dessen Basis korrigiert der Fachmann falsch eingestellte Druckverhältnisse oder Wasserdurchflussmengen an den Ventilen. Die Kosten hängen unter anderem davon ab, wie viele Heizkörper und Rohre vorhanden sind. Für ein Einfamilienhaus können Kosten angefangen von 650 bis hoch auf 1.250 Euro veranschlagt werden. Durch die Durchführung lassen sich die jährlichen Ausgaben für Strom aber um etwa 100 Euro reduzieren.[4]

 

Einbau von voreinstellbaren Thermostaten und Einzeltemperaturreglern

Die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs ermöglicht gleichzeitig weiterführende Optimierungsmaßnahmen an der eigenen Öl- oder Gasheizung. Dazu zählen auch der Einbau und die Installation von voreinstellbaren Thermostaten und die Montage von Einzeltemperaturreglern. Besonders digitale Thermostate helfen bei gleichzeitiger Komfortsteigerung den Heizverbrauch zu senken. Denn sie lassen sich unortsgebunden auch aus der Ferne über Apps auf dem Smartphone steuern. Dieser Trend scheint sich jedoch beim Hausbesitzer noch nicht durchgesetzt zu haben. Dies zeigt die Heizungsmarktstudie des Heizungsbauers Kesselheld: Von den Befragten konnten sich lediglich 13 Prozent eine digitale Heizung im Eigenheim vorstellen.

 

Förderung: 30 Prozent beim Optimieren der Heizung einsparen

Seit August 2016 erhalten Immobilieneigentümer und Hausbesitzer Fördergelder, sofern Maßnahmen zur Effizienzsteigerung der eigenen Heizung erfolgreich umgesetzt werden. Förderinstitut ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrollen (kurz: BAFA). Es vergibt bis 2020 über das Programm “Deutschland macht’s effizient” einen Zuschuss von 30 Prozent auf die Rechnung des Handwerkers.

 

Wie ist die Förderung zu beantragen?

Vor der Beauftragung einer Fachfirma haben sich Kunden auf der Seite des BAFA zu registrieren. Dabei wird eine individuelle Registrierungsnummer erstellt. Im Anschluss nimmt der Heizungsbauer den Pumpenaustausch oder einen hydraulischen Abgleich vor. Achtung: Zum Zeitpunkt der Durchführung müssen die Heizungsanlagen seit mehr als 2 Jahren ihren Dienst verrichtet haben.

Wichtig ist, dass die Optimierungsvorhaben spätestens nach 6 Monaten nach der Online-Registrierung zu vollziehen sind. Nach dessen erfolgreichem Abschluss sind das unterschriebene Antragsformular und die Rechnungskopie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrollen einzureichen.

 

[1] Quelle: http://www.presseportal.de/pm/56796/3513945

[2] Quelle: http://www.pressebox.de/pressemitteilung/stiebel-eltron-gmbh-co-kg/Energie-Trendmonitor-2016-Die-Energiewende-und-ihre-Konsequenzen-was-denken-die-BundesbuergerOE/boxid/814250

[3] Quelle: http://www.pumpe-tauschen.de/

[4] Quelle: https://www.verbraucherzentrale.de/heizungsoptimierung-hydraulischer-abgleich
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