Wasseraufbereitung – wenn das Wasser nicht optimal ist

Wenn Trinkwasser keine optimale Qualität aufweist, muss es aufbereitet werden. Hierzu dienen moderne Filter, die je nach vorliegender Belastung eingesetzt werden. Hauptsächliche Mängel im Trinkwasser können sein:

  • zu hohe Wasserhärte durch Kalk
  • Keime oder Bakterien in alten Leitungen
  • zu hohe Nitratbelastung
  • Schutz vor zu hoher Wasserhärte

Die Wasserhärte wird in °dH (Grad deutscher Härte) angegeben. Sie entsteht durch einen mehr oder weniger hohen Anteil an Mineralien – vor allem Kalk – im Wasser. Die örtlichen Wasserwerke publizieren die jeweilige Wasserhärte auf ihren Webseiten. Sie unterscheidet sich in deutschen Kommunen sehr erheblich. Das chemische Maß für die Wasserhärte sind Millimol Calciumcarbonat pro Liter. Bei weniger als 1,5 Millimol Calciumcarbonat pro Liter liegt die Wasserhärte unter 8,4 °dH, das Wasser gilt als weich. 1,5 – 2,5 mmol CaO/l entsprechen einer Wasserhärte von 8,4 – 14 °dH, über 2,5 mmol CaO/l übersteigt die Wasserhärte 14 °dH, das Wasser gilt als hart. Es gibt Regionen, in denen die Wasserhärte 20 °dH deutlich übersteigt.  Das hat prekäre Auswirkungen auf Armaturen, Boiler, Frischwassermodule, Waschmaschinen und Kaffeeautomaten. Sie verkalken, übertragen weniger Energie und verschleißen wesentlich schneller. Gesundheitlich ist hartes Wasser unbedenklich. Dennoch wünschen die meisten Verbraucher weiches Wasser, das sich durch Weichwasseranlagen (Enthärtungsanlagen) realisieren lässt. Sie funktionieren überwiegend per Ionenaustauschtechnologie. Der Ionenaustausch bindet das Calciumcarbonat durch ein Ionenaustauschermaterial, das Natrium-Kationen enthält. Das Material verbraucht sich und muss gelegentlich ersetzt werden. Hier finden Sie noch mehr Details zur Bestimmung der Wasserhärte.

Keime in Wasserleitungen

Wenn sich in alten Wasserleitungen Keime anlagern und damit ins Trinkwasser gelangen, besteht eine echte Gesundheitsgefahr. Häufig vorkommende Keime sind Legionellen. Es gibt Wassertests, die sie aufspüren. Lebensfähig sind Legionellen im Bereich 5 – 55 °C, bei 40 – 45 °C vermehren sie sich optimal. Gefährlich sind sie, wenn sie in die Lunge eingeatmet werden, was vorrangig beim Duschen geschieht. Sie können dann die Legionärskrankheit auslösen, die eine besonders schwere Lungenentzündung ist. Verhindern lässt sich eine zu hohe Legionellenbelastung durch Ultrafiltration, bei der sehr feine Filter die Erreger mechanisch entfernen. Diese Filter sind mit Membranen mit einer Porenweite von 0,01 bis 0,05 µm ausgestattet. Während das Trinken von Legionellen nicht gefährlich ist, können Darmbakterien im Trinkwasser über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden und dann schwere Durchfallerkrankungen auslösen. Die am häufigsten vorkommenden Darmbakterien sind die sogenannten E.coli Bakterien (Escheriakoli-Bakterien), die durch fäkale Verunreinigungen ins Wasser gelangen. Das Hauptproblem sind hierbei hausinterne Wasserrohre, denn die Wasserwerke kontrollieren das Trinkwasser sehr genau. Gegen eine Belastung alter Wasserleitungen mit Darmbakterien und Legionellen gibt es einige physikalisch-biologische Maßnahmen wie die UV-Filterung, doch oft sind die Leitungen zwingend zu wechseln.

Nitratbelastung des Trinkwassers

Deutsches Trinkwasser kann durch die Überdüngung unserer Felder zu stark mit Nitraten belastet sein. Auch diese sollte eigentlich das Wasserwerk ausfiltern, doch es kann nicht schaden, im eigenen Trinkwasser gelegentlich mit einem Test das Nitrat zu bestimmen. Der amtliche Grenzwert liegt bei 50 mg HNO3/l, er sollte nicht überschritten werden. Nitrat kann durch Darmbakterien zu Nitrit umgewandelt werden, auch krebserregende Nitrosamine können entstehen. Ein Baby könnte dadurch eine Blausucht entwickeln, auch für erwachsene Personen ist die Belastung nicht ungefährlich.

Filtermöglichkeiten für das Wasser

Einige Filtermöglichkeiten wurden schon genannt. Im Überblick gibt es folgende Varianten:

  • Enthärtung durch Ionenaustausch
  • Ultrafiltration gegen Legionellen
  • Aktivkohle für das mechanische Ausfiltern von Schadstoffen, hilft gegen schlechten Geschmack und Geruch des Wassers, gern kombiniert mit einem Sedimentfilter gegen zu schnelle Verschmutzung
  • UV-Licht gegen Bakterien, fast immer in Kombination mit Aktivkohlefilterung
  • Eisenfilter zum Entfernen von Eisen und Mangan vorwiegend aus Brunnenwasser

Die Filterungen lassen sich in Grenzen innerhalb eines Filters kombinieren (wie UV-Licht und Aktivkohle oder Ionenaustausch und Aktivkohle wie bei gängigen Haushaltsfiltern). Verbrauchern wird geraten, ihr Wasser vor der Anschaffung der passenden Filteranlage auf die tatsächliche Belastung zu testen.

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