Tiefengrund, Tapeziergrund, Sperrgrund und Co – Was ist der Unterschied?

Wenn es um die Renovierung der eigenen vier Wände geht, sind Heimwerker schnell mit schönen Dingen wie Farbe, Tapeten und Fliesen zur Stelle. Was viele dabei oft vergessen oder zumindest unterschätzen, ist die Vorbehandlung des Untergrunds. Wer nämlich an dieser Stelle Arbeit spart und ein Auge zu viel zudrückt, bekommt es später mit sich ablösenden Tapeten oder nicht richtig deckenden Farben zu tun. Die Lösung sind spezielle Mittel für die Untergrundbehandlung. Wann aber werden Tiefengrund, Sperrgrund und Co eingesetzt?

Tiefengrund für Maler- und Tapezierarbeiten

Der Tiefengrund, der oft auch als Tiefgrund bezeichnet wird, ist der Klassiker unter den Stoffen für die Untergrundbehandlung. Im Detail handelt es sich um eine Flüssigkeit, mit denen besonders saugfähige Untergrundmaterialien behandelt werden. Die meist auf Basis von Acryl- oder Alkydharz hergestellten Produkte finden damit vor allem auf mineralischen Materialien wie Beton, Gips sowie Putz Verwendung, was den Tiefengrund zu einem Allrounder macht. Ziel ist neben der Oberflächenverfestigung die Reduktion der Saugfähigkeit des Untergrundmaterials, was wiederum die Menge des beim Tapezieren benötigten Kleisters und beim Streichen die Menge der benötigten Farbe senkt. Im Ratgeber der Firma Weissmaler finden sich weitere wertvolle Tipps rund um die Themen streichen und tapezieren.

Tapeziergrund zum Tapezieren

So banal es klingt, aber natürlich ist Tapeziergrund ein Produkt, das speziell zum Tapezieren von Wänden und Decken konzipiert wurde. Anders als der Tiefengrund wird Tapeziergrund jedoch nicht auf Wänden aus Beton oder Gips eingesetzt. Er wurde vor allem für die Untergrundvorbereitung von Rigipsplatten (Gipskarton) und Gipsfaserplatten entworfen und erleichtert nach der Aufbringung die Arbeit. Dank dieser Grundierung lassen sich aufgebrachte Tapeten im Nachhinein auch leichter wieder entfernen, ohne dass diese völlig zerfasern oder die Kartonoberfläche der Gipskartonplatten aufreißen.

Putzgrund für maximale Haltbarkeit von Dekorputz

Wer seine Wände nicht tapezieren oder streichen, sondern verputzen möchte, greift zu einem anderen Mittel zur Untergrundvorbereitung – dem Putzgrund. Dieser sorgt für eine bestmögliche Haftung und Festigkeitsentwicklung. Damit aber noch nicht genug, denn es handelt sich zudem um eine optimale Fleckensperre.

Dank seiner meist intensiv weißen Farbpigmente zeichnet sich Putzgrund durch eine hohe Deckkraft und eine gleichmäßige Farbgebung aus. Somit überdeckt Putzgrund effektiv Flecken und farbige Anstriche des Untergrunds, sodass diese nicht durch den finalen Dekorputz hindurchscheinen. Darüber hinaus sorgt der Putzgrund für eine verbesserte Dampfdiffusion und damit eine erhöhte Atmungsaktivität der Wand.

Sperrgrund als effektive Fleckensperre

Der Sperrgrund ist so etwas wie das Pendant des Putzgrunds. Allerdings kommt der Sperrgrund nicht bei derart porösen Oberflächen wie Putz zur Anwendung, sondern vor allem auf bereits mit Tapeten versehen Wänden, die einfach überstrichen werden sollen. In diesem Zusammenhang sorgt er dafür, dass markante Muster oder Verschmutzungen wie Ruß- und Nikotinflecken sowie sonstige Vergilbungen effektiv überdeckt werden.

Andernfalls würden diese unschönen Stellen vor allem durch helle Anstriche hindurchscheinen. Garantiert wird dieser Effekt durch mineralische Weißpigmente. Neben seinem deckenden Charakter verfügt der Sperrgrund auch über ausgezeichnete Hafteigenschaften und bereitet überstrichene Tapeten ideal auf Farbanstriche oder das erneute Tapezieren vor.

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