Smart Windows: Eine gute Idee für private Bauherren?

Smart Windows: Eine gute Idee für private Bauherren?

Wer als Privatperson ein Haus baut oder dies im gewerblichen Kontext macht, kommt an der Frage nach den passenden Fenstern nicht vorbei. Eine relativ junge Innovation in diesem Bereich nennt sich Smart Windows – also intelligente Fenster, auch bekannt als Smart Glass. Diese Fenster sind hauptsächlich deshalb beliebt, weil bei ihnen der Grad der Transparenz gesteuert und nach Belieben angepasst werden kann. Das hilft beispielsweise bei der Wärmeregulation im Haus. Aktuell finden sich Smart Windows vor allem bei größeren Bürogebäuden, doch eignet sich diese Technologie auch für private Wohnhäuser?

Wie funktionieren Smart Windows?

Die anpassbare Transparenz von Smart Windows wird mittels einer speziellen Technologie hergestellt. Sie bestehen in der Regel aus mindestens zwei Glasscheiben, in deren Mitte sich ein Film aus Polymer-Flüssigkristall befindet. In der Flüssigkeit sind kleinste Partikel. Wenn elektrische Spannung diese Schicht durchfließt, ordnen sich die Partikel auf gewünschte Weise und erzeugen dadurch entweder Transparenz oder eine milchglasartige Optik. Zur Steuerung der Optik ist das Glas mit einem Schalter verbunden, über den sich der Stromkreis und damit die Transparenz des Fensters anpassen lässt. Die intelligenten Fenster können sowohl im Innen- als auch Außenbereich Anwendung finden. Sehr begehrt sind sie beispielsweise in Form von Trennwänden oder Türen, wie sie unter anderem bei Besprechungsräumen zum Einsatz kommen und für Vertraulichkeit und Privatsphäre sorgen.

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Vorzüge von Smart Windows und ihre Kehrseite

Smart Windows bieten nicht nur die Möglichkeit, flexibel für mehr Privatsphäre und Sichtschutz zu sorgen. Auch im Kontext von Energiesparmaßnahmen für Fenster sind sie ein viel diskutiertes Thema. Gerade an heißen und sonnenintensiven Sommertagen gelangt ein großes Maß an Wärme über die Fenster in die eigenen vier Wände. Verdunkelnde Smart Windows können dem entgegenwirken und dadurch den übermäßigen Gebrauch von Klimaanlagen verhindern, die eine große Menge an Energie benötigen. Zudem vermindern Smart Windows gleichzeitig den Einfall von UV-Strahlung, die maßgeblich für Hautalterung und dermatologische Erkrankungen verantwortlich ist. Im Vergleich zu klassischen Milchglas kann bei Smart Glass die Transparenz nach Bedarf wiederhergestellt werden.

Doch weshalb haben sich Smart Windows trotz dieser Vorzüge noch nicht weitreichend durchgesetzt? Das Hauptargument gegen Smart Windows liegt vornehmlich bei ihrem Preis. Die Fenster an sich sind schon deutlich teurer als herkömmliche Alternativen. Außerdem bedarf es für den Einbau spezifischer Fachkenntnisse, da zusätzlich eine Elektroinstallation notwendig ist. Ein entsprechender Fachmann ist daher unausweichlich. So ist Strom ein entscheidender Faktor für Smart Windows. Ohne ihn funktioniert die flexible Anpassung der Transparenz nicht. Deshalb erweisen sich Smart Windows auch nur dann als energieeffizienter, wenn durch sie anderweitig Energie eingespart wird – beispielsweise durch den Verzicht auf eine Klimaanlage. Kommt es zum Stromausfall, verbleibt das Glas in undurchsichtiger Milchglas-Optik. Hinzu kommt, dass Smart Windows nicht sonderlich stark verbreitet sind, was die Auswahl an (lokalen) Herstellern eingrenzt.

Smart Windows für das Eigenheim?

Smart Windows sorgen für eine verbesserte Temperaturregulation und können UV-Strahlung mindern. Das wird gerne für große Bürogebäude oder auch Museen genutzt. Die Forschung betrachtet beispielsweise den Einsatz von Smart Windows für Hochhäuser. Doch wie sieht das Fazit für private Bauherren und die heimischen vier Wände aus?

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Der hohe Preis für Material und Einbau von Smart Windows beansprucht bei persönlichen Bauvorhaben den eigenen Geldbeutel in einem großen Maß. Daher ist individuell abzuwägen, ob sich Smart Windows für die privaten Pläne überhaupt lohnen oder der Rückgriff auf herkömmliche energieeffiziente Fenster nach Maß besser geeignet ist. Realistisch denkbar wäre der Einsatz des intelligenten Glases höchstens in ausgewählten Räumen – beispielsweise auf der Südseite des Hauses, die am stärksten von Sonneneinstrahlung betroffen ist – oder in viel genutzten Zimmern.

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