Effektiver Schutz gegen Einbruch

Effektiver Schutz gegen Einbruch

Allgemeine Maßnahmen

Zunächst sollten Sie beim Verlassen Ihres Heimes daran denken, alle Fenster zu schließen und die Haustür zu verriegeln. Bei längerer Abwesenheit sollten Sie darauf achten, dass der Briefkasten nicht überläuft. Entweder Sie bitten einen Verwandten oder Nachbarn, den Kasten regelmäßig zu leeren, oder Sie lassen die Post für die Dauer der Abwesenheit lagern und untersagen die Zustellung von Werbung und Wochenblättchen durch entsprechende Aufkleber.

Mechanische Einbruchsicherung und Möglichkeiten der Nachrüstung

Die Haus- oder Wohnungstür sollte einen Spion besitzen, der den gesamten Flurbereich überblickt. Der Beschlag der Wohnungstür muss immer an der Innenseite verschraubt sein und der Schließzylinder darf auf der Außenseite nicht über den Beschlag überstehen. Am Besten ist ein einbruchshemmender Beschlag, der die Kopfseite des Schließzylinders teilweise verdeckt, so dass dieser nicht aus der Tür gezogen werden kann. Ein vorhandener Schließzylinder kann oft gegen ein besseres Modell ausgewechselt werden. Eine Besonderheit sind Türzylinder mit Sicherungskarte. Hier kann ein Nachschlüssel nur gegen Vorlage der Karte in Auftrag gegeben werden.

Verlängerte Schließbleche passen in den Standard-Türrahmen und erschweren das Aufhebeln der Tür. Ein Zusatzschloss mit Sperrbügel gibt Ihnen die Möglichkeit, die Tür zunächst nur einen Spalt zu öffnen, so dass sich niemand gewaltsam Zutritt verschaffen kann. Zur Sicherung kann darüber hinaus ein Panzerriegel installiert werden, der innen über die ganze Breite der Tür reicht und fest im Mauerwerk verankert ist. Rollläden bieten nur dann einen Schutz gegen Einbrecher, wenn sie eine zusätzliche Sicherung besitzen, so dass sie nicht von außen hochgeschoben werden können.

Fenster im Erdgeschoß und im Hochparterre lassen sich mit verschließbaren Fenstergriffen, Aufschraubsicherungen und Fensterschlössern nachrüsten. Viele Fenster sind mit Rollzapfen ausgerüstet, die einem stärkeren Schraubenzieher kaum Widerstand entgegensetzen. Sicherungsbeschläge mit Pilzkopfzapfen, je mehr, desto besser, setzen dem Einbrecher einen stärkeren Widerstand entgegen. Fenster der Widerstandsklasse RC2N haben auf allen vier Seiten solche Pilzkopfzapfen und darüber hinaus abschließbare Fenstergriffe. Bei der Widerstandklasse RC2 besitzen die Fenster zusätzlich noch eine einbruchshemmende Verglasung. Bei Fenstern mit Rollzapfen ist die Nachrüstung sinnvoll, aber verhältnismäßig teuer.

Elektronische Möglichkeiten der Einbruchsicherung

Ein einfaches Mittel gegen Einbrecher ist eine Zeitschaltuhr, die das Licht im Haus zu bestimmten Zeiten oder nach dem Zufallsprinzip ein- und ausschaltet und so den Eindruck erweckt, dass die Bewohner zuhause sind. Auch Außenjalousien können auf diese Weise automatisch zu bestimmten Zeiten herauf- und heruntergelassen werden. Im Handel sind darüber hinaus Geräte erhältlich, die das Flimmern eines Fernsehers vortäuschen. Bewegungsmelder an der Haustür und auf der Terrasse schalten automatisch die Außenbeleuchtung an und schrecken Einbrecher ab.

Alarmsysteme sind in jeder Preisklasse erhältlich. Sie können Überwachungskameras installieren, die mit einem Bewegungsmelder gekoppelt sind und einen Alarm auslösen oder Sie mittels einer App über Ihr Smartphone benachrichtigen. Gleichzeitig haben Sie die Möglichkeit, sich jederzeit auf die Kamera aufzuschalten und in Ihrem Zuhause nach dem Rechten zu sehen.

Der Einbau einer verkabelten Alarmanlagen bietet sich beim Neubau oder bei Renovierungs- oder Sanierungsmaßnahmen an, während für die Nachrüstung Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung durch den Einbau einer Funkalarmanlage größerer Aufwand vermieden werden kann. Ein solches System erfordert in regelmäßigen Abständen den Kauf neuer Batterien, aber der Ausbau und die Mitnahme im Rahmen eines Umzuges oder eine Erweiterung ist problemlos möglich. Außerdem ist eine Installation wesentlich preisgünstiger, da kein Aufwand für die Verkabelung notwendig ist. Die Anlagen werden entweder über einen Handsender oder über die Eingabe eines Zahlencodes gesteuert. Wichtig ist, dass alle Türen und Fenster mit Sensoren ausgerüstet und mit der Zentraleinheit der Alarmanlage verbunden sind. Weitere Elemente können Bewegungsmelder und Kameras im Innen- und Außenbereich sein. Eine gute Anlage sollte außerdem einen Notfallakku oder eine Stromausfallsicherung besitzen. Alternativ kann das System noch um Rauch-, Wasser- oder Gasmelder erweitert werden. Wahlweise löst das System bei einem Einbruchsbersuch einen Alarm aus oder verbindet sich lautlos mit dem Besitzer, einem Wachdienst oder der Polizei.

Über Smart-Home-Anwendungen kann der Einbruchsschutz in die digitale Vernetzung eingebunden werden. Damit können Sie über Smartphone, Tablet und PC nicht nur TV und Heizung steuern, sondern auch Anwesenheit simulieren, elektronische Schließsysteme verwalten und Signale der Alarmanlage empfangen.

Beratung und Fördermöglichkeiten

Die Polizei informiert Sie kostenlos in ihren Beratungsstellen über alle Möglichkeiten. Hier finden Sie weitere professionelle Sicherheitsberatungen zum Einbruchschutz

Für den Einbau einbruchshemmender Maßnahmen können sie vor Beginn der Maßnahme einer Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau beantragen, wenn das System mindestens eine Zertifizierung nach DIN EN 50131 Grad 2 besitzt. Je nach Förderprogramm erhalten Sie einen zinsgünstigen Kredit oder einen Zuschuss.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.